LILIANE TOMASKO. BRIDGE

30 August - 1 November 2026 

Die 1967 in Zürich geborene Liliane Tomasko absolvierte ihre künstlerische Ausbildung, die sie 1998 mit einem Master abschloss, unter anderem an der Royal Academy of Arts in London. Seitdem erkundet sie mit ihrer gestisch-abstrakten Malerei Kartografien des Unbewussten und reflektiert darin gleichermassen innere Zustände wie räumliche Erfahrungen.

Wie vieles in Tomaskos Œuvre wirken auch die Arbeiten gänzlich abstrakt, weisen aber tiefe und verworrene Verbindungen zwischen den Bild- und Erzählwelten auf. Grössere Formen, die an Figuren erinnern, kommen und verschwinden, zersplittern und kommen vor dem geistigen Auge wieder zusammen. Das Werk ist geprägt von ihrem langjährigen Interesse an Mythologien, insbesondere an Erzählungen von Gleichgewicht und Gerechtigkeit sowie dem antiken Konzept des Wiegens der Seele. Tomaskos Auseinandersetzung mit Form, Farbe und Gestalt und den tiefgreifenden emotionalen Resonanzen, die sie hervorrufen können, wird in einer neuen Serie von Arbeiten auf Papier fortgesetzt. Jede einzelne bietet ein scheinbar unharmonisches Geflecht aus Farben und Linien, das sich wie ein dichterer Kontrapunkt zur expansiven Dualität von Diptychen entfaltet. Die klassische Bildform des Diptychons nutzt Tomasko vermehrt, unterstreicht so einmal mehr eine Erweiterung emotionaler Resonanzräume. Eine Lesart ihrer Werke gibt sie nicht vor, sondern überlässt es den Betrachtenden sich darin zu verlieren oder zu finden.

Sie formuliert 2024 selbst: „Wo würde sich das Unterbewusstsein befinden? Und wie verhält sich ein so intensiv innerer Organismus zur Aussenwelt? Als Brücke zwischen den beiden Standorten, zwischen Innen und Aussen? Meine gesamte Arbeit ist eine Vermittlung genau dieses Themas, und die grosse Frage ist in gewisser Weise nicht, wer oder was wir sind, sondern wo wir wohnen; wo ist unser Ort?“

Die Ausstellung im Ludwig Museum Koblenz präsentiert neueste Gemälde, aber auch einen eigenen Korpus an Arbeiten auf Papier und eröffnet erstmals einen dialogischen Prozess in der Erkundung ihrer Werke aus verschiedenen Schaffensperioden, die ihre Entwicklung hin zur Abstraktion offenlegen. Sie bezieht sowohl fotografische Arbeiten aus dem Jahr 2014 als auch abstrakte Zeichnungen von 2019 bis 2023 mit ein.